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Während einer langen, langen Hochzeitssaison, vielen Wochenenden mit wunderbaren Brautpaaren, zu vielen Stunden allein vorm Computer und viel zu wenig Zeit mit meiner Familie entschlossen wir uns relativ kurzfristig zu einem Roadtrip entlang der US-Westküste- mit dem Wohnmobil.usa2012_002

Der Flug von Frankfurt nach Dallas war trotz etwas älterem Flugzeug und aufgeregtem 4-jährigen Kind einigermaßen angenehm. Natürlich war Junior die komplette Flugzeit putzmunter, um dann beim Landeanflug (!!!) einzuschlafen, so dass wir die gesamte Zeremonie mit Gepäckabholung, Immigration und 4-stündiger Wartezeit auf den Weiterflug nach Seattle mit einem schlafenden Kind im Arm managen durften. Nach der obligatorischen Nacht im Hotel (die unser Kind um 22.00 Uhr Ortszeit mit den Worten “Ich bin munter, es wird gleich hell!” für beendet erklärte) erfolgte am nächsten Morgen die Übergabe und Einweisung des Wohnmobils.

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Nach ca. 60 Meilen wurde unsere Fahrt abrupt beendet. Und zwar durch einen der unzähligen riesigen Holztransporter, der Rollsplit auf unserer Windschutzscheibe ablud und damit 6 tiefe Kratzer hinterließ. Nach Rücksprache mit der Wohnmobilvermietung ließen wir den Schaden in einer Werkstatt in Chimacum reparieren und verbrachten die Wartezeit im örtlichen Dinner. Alles sehr Roseanne-esque. Wir probierten Rootbeer (widerlich!!) und aßen vegane Clubsandwiches. Schon die Tatsache, dass es in einem Mini-Holzfällerkaff einem kleinen Ort wie Chimacum ein veganes Clubsandwich gab, ist eigentlich einen eigenen Blogeintrag wert. Die Bedienung hieß Deedee, hatte giftgrüne Maskara aufgetragen und war an sich sehr resolut. Ich habe mich leider nicht getraut, ein Foto von ihr zu machen.

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Aufgrund der ganzen Warterei wegen der Windschutzscheibe konnten wir die erste Nacht nicht wie vorgesehen auf einem regulären Campingplatz für ordentliche Touristen wie unsereins verbringen, sondern parkten das Wohnmobil in einer Art Trailerpark. Der Großteil der dortigen Wohnmobile war eindeutig nicht mehr fahrtüchtig und wir führten uns etwas unwohl. Dafür boten uns unsere Nachbarn, zwei Späthippies, aber einfühlsamerweise etwas Dope an. Was wir NATÜRLICH nicht angenommen haben.

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Im Wohnmobil musste unser Sohn während der Fahrten ziemlich weit hinter uns in der Küchenecke Platz nehmen. Ich wünschte, man könnte in den USA ein Auto mit Wohnanhänger mieten… leider ist das für Nichtamerikaner scheinbar nicht möglich.

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Lake Crescent ist für mich eindeutig einer der allerschönsten Orte, die ich jemals besucht habe. Ich kann nicht genau sagen, woran es lag, aber für mich war der See einfach extremst überwältigend.

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Mit dem milden, sonnigen Wetter hatten wir großes Glück. Normalerweise würde sich die Wolkendecke im September schließen und erst im Frühjahr wäre wieder Himmel zu sehen, so erzählten uns zumindest Einheimische.
Einer der schönsten Zeltplätze unserer Reise war der direkt am Sol Duc River mitten im Wald gelegenene Klahowya Campground.

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Nicht jedes Kind wandert gern. Deshalb hatten wir unserem ziemlich lauffaulen ortsgebundenen Kind als Überraschung das geliebte Laufrad mitgebracht. Voller Erfolg! Er hatte Spaß und wir einen sehr viel größeren Bewegungsradius. Win win, sozusagen. UND wir erregten unheimlich viel Aufsehen, denn das Konzept des Laufrades scheint in den USA nicht sehr verbreitet zu sein.

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Am grandiosen Ruby Beach trafen wir zum ersten Mal auf den Pazifik, der sich für den Rest des Roadtripes fast immer auf der rechten Seite unseres Wohnmobiles befinden sollte. Karsten stürzte sich sogar in die kalten Fluten.

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Obwohl das Wetter wie erwähnt recht mild für die Jahreszeit war, mussten wir uns manchmal ziemlich warm einpacken, wie hier beim Open-Air-Frühstück. Je weiter nach Süden wir kamen, desto schöner wurde es . In Kalifornien herrschte schließlich bestes T-Shirt-Wetter. Da wir die meiste Zeit unter der Woche  und ausserdem ausserhalb der Schulferien unterwegs waren, hatten wir die Zeltplätze oft fast für uns alleine. Dafür brach jeden Freitag Abend die Hölle in Form von unglaublich vielen Wochenend-Campern los.

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Unser Sohn bestand jeden Tag auf einem “Feuerabend” (eine schöne Wortmischung aus “Feuer” und “Feierabend”). Wenn nicht gerade die aktuelle Dürre ein Feuerverbot nach sich zog gab es also fast an jedem Abend gegrillte Marshmellows an unserer Feuerstelle. In den USA ist nämlich jeder Stellplatz eines staatlichen Campgounds mit festem Tisch, zwei Bänken und einer eigenen Feuerstelle ausgestattet.

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Während sich die Männer in Newport Beach im ehemaligen, in ein Aquarium umgewandelten Becken des Walfisches aus Free Willy vergnügten, saß ich 3 Stunden im Waschsalon und hatte beim Warten einige wirklich tiefgreifende Unterhaltungen über das Leben im Allgemeinen und Politik im Besonderen. Das Vorurteil, dass alle Amerikaner oberflächlich seien, kann ich wirklich nicht bestätigen.

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Entlang des Highway 101 findet man viele kostenlose Besucherzentren der örtlichen Universitäten mit verschiedenen Aktivitäten und Ausstellungen. In Trinidad bot die University of Oregon zum Beispiel einen “Touchpool” mit Seesternen, in Newport Beach u.a. einen Mini-Tsunami-Generator

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Am Cape Seabstian konnten wir Seeanemonen und Seesterne in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten.

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Im südlichen Oregon hatten wir endlich, endlich den langersehnten ersten Kontakt mit Redwoods. Diese Bäume muss man einfach mindestens einmal im Leben gesehen haben. Scheinbar ohne sich nach oben zu verjüngen stehen sie wie riesige Säulen herum. Selbst unser Sohn war ehrfurchtsvoll sprachlos.
Seit unserem Besuch denke ich immer mal wieder darüber nach, ein Exemplar hier in Gera anzusiedeln, hahaha.

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Das viktorianische Ferndale ist eine Bilderbuchstadt mit wunderschön erhaltenen Holzhäusern, die schon so manchem Hollywoodfilm als Kulisse dienten. Leider gab es in der unmittelbaren Umgebung keinen Zeltplatz, deshalb blieb es nur bei einem Kurzbesuch.

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Überraschenderweise gibt es keinen einheitlichen Redwoods-National-Park sondern mehrere kleine State Parks, die sich entlang des Highway 101 aufreihen. Im Humboldt National Park konnten wir einen der begehrten Wohnmobilstellplätze ergattern und so die Nähe der unglaublichen Baumriesen etwas länger genießen. Auch am helllichten Tag ist es unter den Redwoods so dunkel, dass man ISO 1600 bemühen muss, um halbwegs vernünftige Bilder zu erhalten.

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Zurück am Meer, mittlerweile in Kalifornien fuhren wir auf dem legendären Highway 1 in Richtung San Francisco.

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Kirchen, die in Bioläden umgewandelt werden, gibt es wahrscheinlich nur in Kalifornien.

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Hach, was für ein Licht!

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Jeden Morgen nutzte unser Sohn die beschlagenen Wohmobilscheiben für Schreibübungen. Besonders beliebt: Parken-Verboten- Schilder. Wie kam er nur darauf?!

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Immer wieder Feuerabend!

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Langsam aber sicher nähern wir uns San Francisco, dem Endpunkt der Wohnmobilreise.

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Nach der Rückgabe unseres Wohnmobils erkundeten wir noch drei Tage San Francisco, fuhren Cable Car und erschreckten aus Versehen abends im Park ein Stinktier. Von letzterem gibt es verständlicherweise kein Fotos. Was sind wir gerannt…
Nach Wochen auf fast ausgestorbenen Zeltplätzen war die Stadt für uns aber ein echter Kulturschock.

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Das Lieblingsessen wird weltweit zielsicher aufgespürt.

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18$ für 3 Eis… die Hippies von Ben and Jerrys sind nicht zurückhalten, wenn es um die Preisgestaltung geht.

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Wir haben uns in den USA (ausser während der Stinktierepisode, natürlich) sehr sicher gefühlt. Wirklich alle Menschen, die wir trafen waren offen, freundlich und hilfsbereit. Ich bin noch immer begeistert.

Und was habe ich noch gelernt?

Das es die richtige Entscheidung war, das geliebte Laufrad unseres Sohnes mitzunehmen.
Das für Redwoods zwingend mein Weitwinkelobjektiv in die Tasche gehört hätte.
Das ich doch die neuere 5DIII statt der alten 5DII hätte mitnehmen sollen.
Das ich einfach kein Landschaftsfotograf bin. Dafür bin ich auch einfach zu faul und möchte mich im Urlaub nicht um 5 Uhr morgen aus dem Bett quälen, um das perfekte Sonnenaufgangslicht zu haben.

Das ich sofort wieder hin will!

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